Direktorat S des KGB: was es war, was es tat und ob es noch existiert
Aktualisiert im Oktober 2026 · Volkov Protocol

Das Direktorat S war die Abteilung des KGB, die die Illegalen führte: sowjetische Offiziere, die im Ausland mit falschem Namen, falschen Papieren und erfundener Vergangenheit lebten, ohne offizielle Verbindung zu einer Botschaft. Es gehörte zur Ersten Hauptverwaltung, dem Zweig des KGB für Spionage außerhalb der Sowjetunion.
Was machte das Direktorat S?
Es wählte die Illegalen aus, bildete sie aus und führte sie. Es baute für jeden eine Legende (die erfundene Lebensgeschichte), besorgte die Dokumente, schickte den Offizier ins Zielland und hielt jahrelang Kontakt. Manche Illegale blieben bis zu zwei Jahrzehnte getarnt, teils mit Identitäten von früh verstorbenen Kindern.
Warum war das Direktorat S so geheim?
Ein legaler Spion arbeitet mit Diplomatenpass und wird bei Entdeckung nur ausgewiesen. Ein Illegaler hat diesen Schutz nicht: Fliegt er auf, kommt er ins Gefängnis. Deshalb wurde die Identität jedes Illegalen sogar vor anderen Teilen des KGB verborgen.
Wer leitete das Direktorat S?
Der bekannteste Name ist Generalmajor Juri Drosdow, der das Programm der Illegalen von 1979 bis 1991 führte. Davor leitete er die sowjetische Residentur in New York, und 1962 stand er auf der Berliner Brücke, als Oberst Rudolf Abel gegen den US-Piloten Francis Gary Powers ausgetauscht wurde. Drosdow half auch, 1981 die Spezialeinheit Wympel aufzubauen. Er starb 2017 mit 91 Jahren, wie der SWR mitteilte, der Dienst, der diesen Teil des KGB übernahm.
Was waren die bekanntesten Fälle?
- Rudolf Abel (eigentlich William Fisher): lebte in New York als Fotograf Emil Goldfus, wurde 1957 verhaftet und 1962 ausgetauscht (Britannica).
- Jack Barsky (eigentlich Albrecht Dittrich): ein DDR-Bürger, der 1978 mit der Geburtsurkunde eines 1955 gestorbenen Jungen in die USA kam.
- Donald Heathfield und Tracey Foley (Andrei Besrukow und Jelena Wawilowa): ein Paar, das in Kanada und den USA lebte und die Serie The Americans inspirierte.
Gibt es das Direktorat S noch?
Der KGB endete 1991, aber das Programm der Illegalen lief im SWR weiter, dem russischen Auslandsgeheimdienst. Im Juni 2010 verhaftete das FBI zehn russische Illegale in den USA, darunter Anna Chapman, und alle kehrten bei einem Agentenaustausch in Wien nach Moskau zurück. 2024 kehrten Artem und Anna Dulzew, die als Argentinier in Slowenien lebten, bei einem Gefangenenaustausch in Ankara heim. Ihre Kinder erfuhren erst im Flugzeug, dass sie Russen sind (CBS News, 2024).
Was hat das Direktorat S mit dem Volkov Protocol zu tun?
Das Volkov Protocol erzählt die Geschichte eines Obersts mit dem Decknamen Volkov, der Männer auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs trainierte. Laut dieser Geschichte wurde das Protokoll für Kraft und Ausdauer nur für einige Elitespione des Direktorats S freigegeben. Die historischen Fakten stehen auf dieser Seite. Das Protokoll findest du auf der Startseite. Lies auch, wer die Illegalen des KGB waren und wer die Obersten des KGB waren.
Das Protokoll, das der KGB verboten hat
Volkov erklärt, wie es geht, die Wissenschaft bestätigt es.
Das Protokoll ansehen